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Ökolandbau Newsletter 2019

Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler
 

Vorbereitung auf die Jahreskontrolle

Wehrte PCU-Kunden,

sowohl Sie als auch die PCU sind daran interessiert, dass die jährlich von uns in Ihrem Unternehmen/Betrieb durchzuführenden Kontrollen effizient und kostengünstig durchgeführt werden können. Eine gute Vorbereitung ihrerseits auf die Jahreskontrolle inclusive der Bereitstellung aller notwendigen Unterlagen, hilft uns allen Zeitverzögerungen und Abweichungen zu vermeiden. Wir bitten Sie daher sich für die folgenden Zeilen Zeit zu nehmen und die Hinweise zu beachten.

Vielen Dank

 

Meldepflichtige Informationen im laufenden Kontrolljahr

Die folgenden Betriebsinformationen können nicht erst während der Jahreskontrolle gemeldet werden! Bitte melden Sie diese umgehen an die Kontrollstelle:

bio-kontrollstelle@controlunion.com

Wesentliche betriebliche Veränderungen:

  • Adressänderungen
  • neue Standorte oder Räumlichkeiten (z.B. Lager, Produktionsstätten, Verkaufsstandorte, Märkte, Buchhaltung, Ställe)
  • neue Kontaktdaten und Ansprechpartner
  • neue Rechtsform
  • neue Erzeugnisse, die vermarktet werden sollen und nicht auf der Bio-Bescheinigung genannt sind
  • Verdachtsmomente, dass ein von Ihnen hergestelltes oder zugekauftes Erzeugnis, das mit Bio-Hinweisen vermarktet werden soll, den Vorschriften für die ökologische Produktion nicht genügt (Artikel 91, VO (EU) Nr. 889/2008) Für D-Betriebe (Abgabe von Tätigkeiten an Dritte):
  • neue Subunternehmer (wenn nicht Bio zertifiziert)
  • Überweisungsbelege und/oder Quittungen müssen auf Verlangen vorgezeigt werden können
  • Der letzte steuerliche Jahresabschluss muss ebenfalls auf Verlangen vorgezeigt werden können

 

Häufige Abweichungen in der Kontrolle für Erzeuger

  • Aktuelle Hit-Liste nicht vorhanden (z.B. Liste ohne aktuelle Neuzugänge)
  • Fehlende Nichtverfügbarkeitsbescheinigungen (bei Kauf von konventionellen Rassen bzw. Sorten)
  • Unvollständige Schlagkartei (z.B. ohne Erntemengen)
  • Fehlende Rechnungen oder Belege während der Kontrolle (bei Ein- und Verkauf)
  • Fehlende Bescheinigungen (bei Einkauf)
  • Fehlende Behandlungsbücher oder Dokumentation von Abgängen
  • Unvollständige Finanzunterlagen (Fehlende Lieferscheine und Rechnungen während der Kontrolle)
  • Fehlende Flurkarten
  • Falsche Kennzeichnung auf Marktständen
  • Ausschlaggebende Begründung bei organicxseeds!

 

Häufige Abweichungen in der Kontrolle für Verarbeiter

  • Unvollständige Wareneingangskontrolle (z.B. fehlerhafte Wareneingangsbelege, fehlende Bio-Bezeichnung oder Bio-Kontrollstellencode auf den Wareneingangsbelegen oder den Umverpackungen)
  • Fehlende Dokumentation der Wareneingangskontrollen (z.B. durch „bio-OK“ auf Rechnungen und Lieferschein)
  • Fehlender Kontrollstellencode (DE-ÖKO-070) oder falsche Schreibweise („Öko“ statt „ÖKO“ oder DE-Öko-Kontrollstelle“ statt DE-ÖKO-070) auf den Warenausgangsbelegen, Werbematerialien (Flyer, Website, Visitenkarten, Standbanner)
  • Verwendung unzulässiger konventioneller Zutaten (z.B. konv. Pfeffer, oder Wildkräuter in Gerichten oder in Fleisch- und Käseprodukten, konventionelle Zutaten bei Probe-/Testproduktion mit Bio-Auslobung auf der Verpackung)
  • Fehlende Bescheinigungen der Bio-Lieferanten
  • Unvollständige Finanzunterlagen (Fehlende Lieferscheine und Rechnungen während der Kontrolle)
  • Falsche oder unzureichende Herkunftsbezeichnung in der Kennzeichnung (z.B. Deutsche Landwirtschaft obwohl einige Zutaten aus EU-Mitgliedsstaaten oder dem außereuropäischen Ausland verwendet werden)

 

Fachinfos:

 

EU-Bio-Logo auf Speisekarten

 

Das EU-Bio-Logo  darf nicht  in der Außer-Haus-  Verpflegung bzw. Gastronomie verwendet werden. 
Die Außer-Haus-Verpflegung ist nicht in der EG-Öko-VO geregelt ist, sondern auf nationaler  Ebene im Öko-Landbaugesetz (ÖLG).  Siehe:

 

Das deutsche Bio-Siegel kann weiterhin in der Außer-Haus Verpflegung von zertifizierten Unternehmen genutzt werden.
Dieses kann kostenfrei beantragt werden. Siehe:

Bitte beachten Sie diese Vorgabe ab sofort bei der Gestaltung Ihrer Speise- und Getränkekarten, Speiseplänen, Angebotstafeln, Werbematerialien,  Internetseite etc.

 

 

Ausnahmegenehmigungen für konv. Futterzukauf 2018

Aufgrund der extremen Trockenheit im vergangenen Jahr haben alle Bundesländer von  Genehmigungen im Katastrophenfall gemäß Artikel 47 der EG-Öko VO Gebrauch gemacht.  Bitte halten Sie die Genehmigungen und die Belege über konventionelle Futterzukäufe für die  Kontrolle 2019 bereit. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erfolgte  die Genehmigung auf dem Wege einer Allgemeinverfügung. Bitte halten Sie hier in jedem Fall die  entsprechenden Dokumentationen zum Futterzukauf  und zur Futterknappheit bereit. Grundfuttermittel in Ökoqualität wird auf der Bio-Warenbörse angeboten, siehe:

 

Konventionelle Tiere

Bitte halten Sie Ihre Ausnahmegenehmigungen für die Jahreskontrolle bereit und erkundigen sich für Ökotiere auf der Bio-Warenbörde. Siehe:

 

Weidegang bei Pflanzenfressern

Grundsätzlich gilt, dass in Biobetrieben Weidegang angeboten werden muss. Folgende Bundesländern haben die Verpflichtung zum Weidegang konkretisiert: Hessen: Allen Rindern muss möglichst früh, spätestens aber ab dem 6. Lebensmonat Weidegang gewährt werden (mindestens an 120 Tage im Jahr für mindestens 3 Stunden). Ausnahmen z.B. für Bullen (ab einem Alter von 12 Monaten) sind möglich, sofern den Tieren ein ständig begehbarer Auslauf zur Verfügung steht. Für Betriebe, die vor dem Jahr 2017 auf Öko-Landbau umgestellt haben, gibt es eine Übergangszeit bis 2028.
Mecklenburg-Vorpommern: Spätestens mit 6 Monaten sollten Jungrinder Weidegang haben. Bis es eine einheitliche Regelung der Bundesländer gibt, wird es geduldet, wenn Jungrindern bis zu einem Alter von 12 Monaten in der Vegetationsperiode kein Weidegang gewährt wird. Alle über 12 Monate alte Rinder müssen in der Vegetationsperiode Weidegang erhalten.

 

Konventionelles Saatgut

Bei folgenden Arten sind grundsätzlich keine Ausnahmen für den Einsatz von konventionellem Saatgut mehr möglich: - Winterroggen - Mais, Zuckerrübe - Gelbsenf, Buchweizen, Sommerwicke, Winterwicke/Zottelwicke, Einjähriges Weidelgras, Welsches Weidelgras, Perserklee, Alexandrinerklee, Esparsette, Inkarnatklee*, Pannonische Wicke, Blaue Lupine - Gartenkresse - Stangenbohne (Sortengruppe grün) - Gurke (Sortengruppe Glas/Folie Schlangengurken), - Endivie (Sortengruppe ,Glatt/Herbst'). - Schwarzer Rettich - Rote Bete * - Paprika (Sortengruppe ,grün-rot blockig') - Kürbis (Sortengruppe ,Hokkaido') - Sommersäzwiebel (Sortengruppe Typ Rijnsburger) - Kartoffeln.
Für Kartoffeln gilt: Vom 01.10. eines Jahres bis zum 31.01. des Folgejahres können jeweils noch Ausnahmen gegeben werden, falls die gewünschte Kartoffelsorte ökologisch vermehrt nicht verfügbar ist. Bis zum 31.01. muss die Kartoffelsorte, für die eine Ausnahme beantragt wurde, auch bestellt worden sein. Im Zeitraum vom 01.02. bis 30.09. eines Jahres dürfen nur noch ökologisch vermehrte Kartoffelsorten bestellt werden. *aufgrund von Lieferengpässen können hier ggf. wieder Einzelgenehmigungsanträge gestellt werden.

 

Öko-Saatgut auch für Gründüngungen

Auch Saatgut für Gründüngungen muss aus Öko-Erzeugung stammen. Dies gilt nun auch für Rheinland-Pfalz: Nichtökologisches Saatgut für Zwecke der Gründüngung und den Anbau als Zwischenfrucht, das bis zum 31.12.2018 bestellt wurde, kann jedoch noch bis Ende 2019 ausgesät werden. Saatgutmischungen mit mindestens 70% Öko-Anteil können in der Öko-Saatgutdatenbank ohne Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden. Siehe:

 

Geflügelhaltung

Die Länderbehörden haben eine einheitliche und verbindliche Auslegung der EU Öko-VO im Bereich der Geflügelhaltung verabschiedet. Die wichtigsten Punkte hier im Überblick:

1. Besatzdichten im Stall:

  • ​Die maximale Besatzdichte im Stall (6 Legehennen/m²) muss unabhängig von der Tageszeit, also auch nachts, eingehalten werden.
  • Wintergärten / Kaltscharrräume können nur dann bei der Mindeststallfläche berücksichtigt werden, wenn sie den Tieren ständig, also auch nachts, zur Verfügung stehen und der Warmstallbereich nicht durch Klappen geschlossen wird.
  • Eine Überbelegung beim Einstallen (z.B. mit Hinweis auf spätere Tierverluste) ist nicht zulässig.

2. Auslaufnutzung:

  • In jedem Fall (Mindestanforderung!) muss Geflügel während eines Drittels seiner Lebensdauer Zugang zu Freigelände haben. Grundsätzlich ist Legehennen immer Auslauf zu gewähren. Einschränkungen sind (außer bei behördlicher Aufstallungspflicht) allenfalls bei extremen Witterungsverhältnissen (Sturm, Starkregen) sowie ggf. in den ersten 7 Tagen nach Legebeginn oder während der Mauser (hier maximal 7 Wochen und nur dann, wenn während dieser Zeit die Eier nicht mit Öko-Hinweisen vermarktet werden) zulässig.
  • Eine Überbeanspruchung der Grasnarbe oder Wasserstau bei undurchlässigen Böden dürfen dagegen nicht zu einer Einschränkung der Auslaufnutzung führen.
  • Die Ausflugklappen müssen spätestens ab 10 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet sein.
  • Es ist ein Auslaufjournal zu führen und bei der Kontrolle vorzulegen.

3. Gestaltung der Auslaufflächen:

  • Auch bei Flächenrotation muss die jeweils aktuell den Tieren zur Verfügung stehende Auslauffläche mindestens 4 m² je Legehenne betragen!
  • Die Auslaufflächen müssen – während der Vegetationszeit – zu mehr als 50% von Vegetation bedeckt sein.
  • Der Auslauf muss so zugeschnitten sein, dass er vollständig und möglichst gleichmäßig genutzt werden kann. Als weiteste Entfernung innerhalb der Auslauffläche dürfen in der Regel 150 m bzw. maximal 350 m ab der nächstgelegenen Auslauföffnung nicht überschritten werden.
  • Den Tieren sind in ausreichender Anzahl und Entfernung Unterschlupfmöglichkeiten anzubieten.